Restposten, Sonderposten und Aktionswaren – welche Unterschiede gibt es?

14.07.2020

Sicherlich haben Sie schon mal von den Begriffen: Aktionswaren, Restposten und Sonderposten gehört. Dennoch ist das Geschäft mit diesen Waren ein recht „verstecktes“, welches eher unter dem Radar stattfindet. Um ihnen aber einen groben Überblick und Einstieg in die Thematik verschaffen zu können, haben wir in diesem Artikel die Unterschiede und Klassifizierung herausgearbeitet. Dies erleichtert ihren potenziellen Start in diesem Geschäftsfeld oder stärkt ihr Hintergrundwissen.
Zudem ist die aktuelle Lage in der Wirtschaft so, dass bspw. Oster Artikel o.ä. nicht vernünftig abverkauft werden konnten, wodurch viele Restposten etc. entstehen. Dies streckt sich auf etliche Wirtschaftszweige aus.

Definition

Zunächst eine kurze Definition, was ein Posten überhaupt ist:
Ein Posten ist die bestimmte Menge einer Ware (italienisch posta < lateinisch posita (summa) = festgesetzte Summe

Restpostenmarkt – was sind Restposten?

Restbestände von Waren werden im Handel allgemein als Restposten bezeichnet. Dazu gehören die Produkte, welche entweder in naher Zukunft auslaufen o. gar nicht mehr im Sortiment geführt werden.
Der Nachteil hierbei ist, dass diese Posten die Bilanz negativ belasten und somit möglichst zeitnah an Restpostenhändler abgestoßen werden sollten. Denn unnötige Lagerkosten und andere damit verbundene Probleme, sollten nicht auftreten.

Die Restpostenhändler exportieren dann die Ware bspw. ins Ausland, um einer möglichen Gefährdung des Markenimages im Inland zu entgehen. Zusätzlich können sie auch über Online-Shops vertrieben – oder auf einem Restpostenmarkt angeboten werden.
Unter Umständen können auch Überbestände, Insolvenzgüter und Fehlproduktionen etc. als Restposten bezeichnet werden.

Sonderposten – was gilt es zu beachten?

Als Sonderposten werden die Waren bezeichnet, welche aus bestimmten Gründen zu Sonderkonditionen verkauft werden.
Damit ein Posten dem Namen Sonderposten unterliegt, muss einer der folgenden Gründe vorliegen:
-Eine Fehlproduktion. Sprich Waren, die nicht nach den Wünschen des Auftraggebers produziert wurden, und somit nicht von diesem abgenommen wurden
-Posten mit Schäden an der Verpackung
-Insolvenzen sowie Geschäftsauflösungen: Also Waren, die sich noch im Lager des Unternehmens befinden
-Produktions- oder Lagerüberhänge
-B-Ware Artikel zweiter Wahl (hierzu unten mehr)
-Retouren
Ein weiterer essenzieller Hinweis ist, das Sonderposten in der Regel vom Umtausch ausgeschlossen sind.

Aktionswaren – Aldi, Lidl und Co.

Als Aktionsware gilt jegliche Ware, die nur explizit über einen kurzen, meist terminierten Zeitraum, angeboten werden. Das kann für nur einige Tage der Fall sein, für einige Wochen oder bis die Ware abverkauft wurde.
Sollte diese Art von Ware ausverkauft sein, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch kein weiterer Nachschub kommen, denn meistens handelt es sich um Saisonware bzw. Schnelldreher, wie Badeartikel bzw. Urlaubs-Accessoires o.ä. In den meisten Fällen wird darauf abgezielt, Impulskäufe zu forcieren.
Ebenfalls eigenen sich diese Produkte besonders gut für Werbezwecke (online- sowie offline Ads), denn durch Aktionswaren sollen auch mehr Kunden dazu gebracht werden, im eigenen Geschäft nicht nur die Aktionsware, sondern generell einzukaufen.

Warenqualität und ihre Klassifizierung

1A-Ware (A-Ware)
Zu der A-Ware, gehört die Ware, welche komplett frei von Fehlern und Mängeln ist. Dies bezieht sich auf die Verpackung des Produktes und auf das Produkt an sich. Der Anbieter darf hierbei keine Kenntnis von Einschränkungen der Qualitätsmerkmale haben. Zudem muss die Ware den Anforderungen der EU entsprechen, welche über bspw. eine CE-Konformitätserklärung nachgewiesen werden. Oft besteht im Großhandel auch eine Garantie bzw. Herstellergarantie für diese Art von Ware.

1B-Ware (B-Sortierung)
Der Unterschied von 1B-Ware zu 1A-Ware ist der, dass maximal geringe Einschränkungen bzw. minimale Mängel an Produkt o. Verpackung vorliegen dürfen, welche die Gebrauchstauglichkeit und die Qualität des Produktes in keiner Weise beeinträchtigen. Somit unterscheidet sich 1B-Ware nur trivial zu 1A-Ware.

C-Ware
Anders sieht es bei der C-Ware aus. Als C-Ware werden Produkte bezeichnet, die defekt sein können, aber nicht zwangsläufig defekt sein müssen.
Oftmals handelt es sich hierbei um ungeprüfte Kundenretouren, die bspw. als Palettenware angeboten werden. Ein wichtiger Faktor ist hierbei, dass C-Ware vom Anbieter keiner Vorsortierung unterzogen werden darf, um nicht ungeöffnete Retouren vorab aussortieren zu können.
Sollte der Anbieter dennoch C-Ware anbieten, bei der ungeöffnete Retouren aussortiert wurden, dann muss diese C-Ware mit einem deutlich erkennbaren Hinweis „reine Retourenpaletten ohne A-Waren” angeboten werden.

Für eine Detaillierte Übersicht zu dem Thema, empfehlen wir Ihnen den Artikel von unserem Partner von Restposten.de. Wir haben hier lediglich eine kurze Zusammenfassung des Artikels dargestellt.
Weitere Informationen hier: https://www.restposten.de/warenqualitaeten.php

Das Wichtige zusammengefasst

Allgemein sind Restposten, Restbestände von Waren; diese sind zu unterscheiden von Sonderposten, welche Waren sind, die aufgrund bestimmter Eigenschaften zu Sonderkonditionen verkauft werden.
Etwas distanzierter zu betrachten sind die Aktionswaren, welches “Schnelldreher” darstellen, die im Vergleich zum sonstigem Sortiment nur über einen kurzen Zeitraum zum Verkauf angeboten werden.
Hier nochmal ein kleines Beispiel zur Verdeutlichung:
Zur WM 2014 waren beliebte Aktionswaren Fanartikel, wie zum Beispiel das Deutschland Handtuch oder die Deutschlandfahne für das Auto. Zum Beispiel verkaufte Aldi diese als Aktionswaren, oder als zusätzliche Produkte für Gewinnspiele. Die letztlich übergebliebenen Fahnen und Handtücher, mussten jedoch nach geraumer Zeit das Lager räumen und überschüssige Restbestände wurden zu einem geringeren Preis an Restpostenhändler weiterverkauft, da diese trotzdem in ihren Online-Shops oder Läden Möglichkeiten hatten, diese erfolgreich weiter zu vertreiben.
Bei dieser Aktion sind jedoch beim Transport zwei Paletten von den Produkten beschädigt worden, welche dann entsprechend als B-Ware nicht in dem eigenen Geschäft verkauft wurden und somit zu einem Sonderposten geworden sind.
Das ist natürlich ein recht simples Beispiel, aber es verdeutlicht das Prinzip.

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