Private Label Guide: individuelle Produkte für den E-Commerce

22.05.2020

Der Private Label Guide: Wie du an individuelle Produkte für dein Online Business kommst

Warum zahlt man für einen Joghurt bei einem Supermarkt mehr, als für den bei einem Discounter, wenn die Qualität nahezu identisch ist? – Die Antwort ist recht offensichtlich. Es sind die Marken. Denn der Kunde kauft nicht nur das Produkt an sich, sondern auch das dazugehörige Qualitätsversprechen. Somit lassen sich durch Marken deutlich höhere Margen erzielen, es werden konstante Umsätze durch die Loyalität der geliebten Marke gewonnen und ebenso sind langfristig die Marketingaufwendungen weniger kostspielig. Diese Aspekte zahlen sich vor allem im E-Commerce am meisten aus und wir zeigen Ihnen, welche Schritte und Aspekte für Sie notwendig sind.

Was ist ein Private Label oder ein White Label Produkt?

Grundsätzlich versteht man unter dem Terminus „White-Label“, das Etikett bei Produkten, mit welchem nicht sofort ersichtlich wird, wer der ursprüngliche Hersteller ist. Das Phänomen des white Labels ist in vielen Unternehmen wieder zu erkennen. In der heutigen digitalen Welt werden Produkte verkauft, welche von einem Anbieter entwickelt und auf einer Partner-Website publik gemacht werden. Das geschieht, indem ein Hersteller ein und dasselbe Produkt auf der einen Seite unter seiner eigenen Marke verkauft, auf der anderen Seite das Produkt beispielsweise an Discounter verkauft und diese das Produkt dann unter der eigenen Hausmarke weiter vermarkten und verkaufen. So kann der Hersteller einerseits seine eigene Produktion auslasten und ist andererseits nicht nur von einem Partner abhängig. Bezogen auf den E-Commerce sind diese aber häufig „Billigprodukte” von bspw. Alibaba, welche mit einem individuellem Logo gebranded werden. Die Produktqualität und der Nachhaltigkeitsaspekt sind aber in den meisten Fällen wenig zufriedenstellend.
White Label und Private Label unterscheiden sich in der Hinsicht, dass bei Letzterem die Produkte exklusiv für einen bestimmten Verkäufer hergestellt werden. Dieser kann das Produkt komplett nach seinen eignen Bedürfnissen verändern und anpassen lassen. Diese Möglichkeit besteht beim White Branding nicht.

Welche Vorteile hat Private Labeling?

Grundsätzlich wird dem Markennamen eine Exklusivität attestiert – sprich, je bekannter die Marke, desto beliebter das Produkt. Ein weiterer positiver Aspekt, der sich daraus ergibt ist, dass der Umsatz mit Handelsmarken meistens besser ist, als der mit Herstellermarken. Oftmals wenden einige Firmen auch eine Kombination aus beiden Strategien an, was zum Vorteil hat, dass die Handelsmarken des Öfteren sogar kostengünstiger produziert werden. Für den Fall Amazon kommt Unternehmern die 1-Produkt 1-Listing Politik zugute. Weitere Infos zu diesem Thema: https://www.youtube.com/watch?v=I_YC835z0ms

Schritt für Schritt Wegweiser zum eigenen online Business mit einem Private Label Produkt

Die Schritte unterschieden sich im Verhältnis zum Sourcing eines markenlosen Produkts nur an wenigen Stellen. Zusammengefasst sollte man sich besonders mit der Vermeidung von zwielichtigen Lieferanten, Markenrechtsverstößen und der richtigen Markenpositionierung vorbereiten. Wie das geht, erklären wir Schritt für Schritt:

Strategie zur Produktsegmentierung
Bevor Sie sich für ein Produkt entscheiden, müssen Sie sich über einige Grundfragen im Klaren sein:
➔ Welche Trends existieren aktuell? -(Schaffen Sie sich ein ausführliches Bild über die Nachfrage von einzelnen Produktkategorien und Nischen (Produktrecherche via Amalyze, Jungle Scout, etc.))
➔ Welche Trends und Entwicklung könnten in Zukunft auftreten? Welche Auswirkungen könnten aktuelle Entwicklungen (bspw. Corona) auf die Entwicklungen haben?
➔ Mit welchen Produkten kann ich mich identifizieren? -Eher Teezubehör oder Tech Gadgets?
➔ Wie richte ich meine Produktlinie aus?
➔ Wie kann ich mich von der Konkurrenz abheben?
➔ Welches Problem meiner Kunden kann ich mithilfe eines Produktes lösen?

Um Ihnen einen kurzen Eindruck zu verschaffen, haben wir hier eine kleine Auflistung von Produkten, die wir aktuell als „trending products“ bezeichnen würden.

➔ Produkte die auf Nachhaltigkeit setzen, bspw. Handtaschen oder Einkaufstaschen
➔ Smartphone Accessoires wie Hüllen o.ä.
➔ Nahrungsergänzungsmittel für Fitness & Sport
➔ Yoga Accessoires wie bspw. Hosen o.ä.
➔ E-Zigaretten und E-Zigaretten Liquid

Natürlich gibt es noch unzählige weitere Produkte, welche hier nicht aufgelistet sind. Dazu finden Sie im Internet viele weitere Beispiele.

Den richtigen Lieferanten für Private Label Produkte finden

Die allseits bekannten Sourcingplattformen wie Alibaba und Aliexpress bieten eine hohe Produktvielfalt und einen meist zuverlässigen Weg, bis das Produkt bei ihnen ankommt. Vor allem aber bei Alibaba und Aliexpress, ist die Intransparenz der Zulieferer und somit der möglichen rechtlichen Risiken ein erheblicher Nachteil. Ein weiterer Aspekt kommt noch dazu: Viele Anbieter haben die Produktvarianten von dort, bereits bis zum Maximum ausgeschöpft.
Besondere Risikofaktoren sind z.B. bei Elektronikprodukten vorhanden, da sie ab dem Zeitpunkt des Imports für die Qualität und die Funktionstüchtigkeit ihrer Produkte einstehen müssen.
Wir empfehlen auf persönliche Beziehungen zu setzen und aus diesem Grund haben wir die IAW als Messeplattform ins Leben gerufen. Dort können Sie ihre persönlichen Beziehungen zu Lieferanten und Importeuren aufbauen. Das erspart am Ende des Tages viel potentiellen Stress, Zeit und mindert die Wahrscheinlichkeit juristischer Komplikationen.

Vertriebswege für das Produkt abwägen

Eine weitere wichtige Frage, die Sie sich stellen müssen; Wo will ich verkaufen? Soll es ein eigener online Shop sein? Wollen Sie über Plattformen wie: Ebay, Amazon oder auf allen gleichzeitig verkaufen?

Eigener Online Shop
Einen eigenen Online Shop aufzusetzen bringt einige Vorteile mit sich. Sie müssen beispielsweise keine zusätzlichen Gebühren an Amazon zahlen, lediglich die Kosten für die Nutzung eines Shopsystems und ihre Hosting-Kosten sind zu berücksichtigen. Zudem verfügen Sie über eine hohe Flexibilität, da Sie Anpassungen schnell nach ihren Bedürfnissen durchführen können und sind nicht von anderen Plattformen abhängig.
Zudem haben Sie ein Alleinstellungsmerkmal, falls Sie die Produkte nur über den eignen Shop vertreiben möchten.
Auf der anderen Seite kann es sehr schwer sein, Traffic auf ihre Seite zu bekommen. Im Allgemeinen eine große Reichweite aufzubauen, kann einige Wochen, gar Monate dauern. Dies ist zusätzlich mit hohen Marketingkosten verbunden, da sonst ihr Google Ranking zu schlecht ist und der Traffic ausbleibt. Zusätzlich könnte die Migration eines Shopsystems technisch anspruchsvoll werden und kleine Shops, mit wenigen Produkten, einen zwielichtigen Eindruck machen.

Nutzung von Plattformen
Die Migration ihrer Produkte auf bereits bestehende Plattformen funktioniert sehr zuverlässig und einfach. Falls Sie über wenig Vorkenntnisse verfügen, können Sie sich zahlreicher Tutorials im Internet bedienen.
Eine Empfehlung unsererseits ist hierbei Amazon FBA, welches bereits von unzähligen Anbieter, für den Vertrieb ihrer Produkte genutzt wird, da viele Internetshopper ihre Produkte ausschließlich oder zum großen Teil auf Amazon bestellen.
Als Nachteil gibt es hier aber zu erwähnen, dass bei Amazon das Motto “Customer First” sehr präsent ist, was am Ende des Tages den Verkäufern zur Last fallen kann.
Wie oben bereits erwähnt, spielt die Wahl des Logistikprozesses eine wichtige Rolle. Dabei kann man sich entweder auf Fulfillment Dienstleister verlassen oder die Dinge selbst in die Hand nehmen.

Welche Logistik für deinen Private Label Shop

Bei der Wahl der Logistik gibt es entweder die Wahl zwischen einem Fulfillment Dienstleister wie Amazon FBA, oder Sie übernehmen die Warenlagerung und den Versand selbst.
Wenn sie sich für Amazon FBA, oder einen anderen Fulfillment Dienstleister entscheiden sollten, profitieren Sie von einigen Vorteilen. Sie müssen kein eigenes Warenlager führen, was automatisch einiges an Kosten einspart und profitieren von den Einkäufen der Prime-only-Kunden. Denn sofern Sie bei Amazon FBA gelistet sind, erhalten Sie automatisch eine Prime-Listung. Ebenso können Sie sich Personalkosten sparen, da Amazon alles für Sie bereitstellt.
Am Ende des Tages müssen Sie selbst entscheiden, welche der Optionen Sie wählen. Zwar sparen Sie sich einige Kosten und Mühen mit dem Nutzen eines Fulfillment Dienstleisters, haben auf der anderen Seite aber geringere Margen und machen sich von einem Drittanbieter abhängig.

Welche Markenpositionierung & was für ein Marketing will ich für mein Private Label Produkt?

Bei der Markenpositionierung haben Sie die Wahl, ob Sie eher auf niedrige Preise und weniger auf Qualität setzen, oder sich in der Premium Schiene platzieren wollen. Ebenfalls sollten Sie den Nachhaltigkeitsaspekt mit bedenken, dieser bezieht sich in diesem Rahmen sowohl auf die Produkte selbst, als auch auf Ihre Wahl der Logistik und die Wahl der Verpackung Ihrer Ware.
Bei einer “Marke”, von der ihre Zielgruppe nicht von ihrem Produkt weiß, ist es in dem Fall weder einer Marke, noch bietet es für Sie langfristig einen großen Mehrwert, da kein Vertrauen in ihr Produkt besteht. Somit ist das Marketing ein essentieller Aspekt.
Für die Wahl des richtigen Marketings gibt es leider keine “so muss es gemacht werden” – Lösung. Dennoch gibt es verschiedene Herangehensweisen, wie klassische PPC Kampagnen auf Amazon und Google oder konkretes Brandbuilding über Imagekampagnen auf Sozialen Netzwerken.
Für bestimmte Produkte, wie bspw. Beautyprodukte, können sich gut ausgewählte Influencer Kampagnen als sinnvolle Alternative darstellen. Wichtig ist es aber primär, dass Sie auf die richtige Budgetierung Acht geben, da dass Marketing einen oft unterschätzen Kostenfaktor darstellt.
Wir empfehlen Ihnen verschiedenste Wege auszuprobieren, um für ihren Anwendungsfall den optimalen Weg zu finden.

Zusammenfassung

Private Label eröffnet unzählige Möglichkeiten, um entweder eine neue Produktlinie zu starten oder Ihre bereits vorhandene, um weitere Produkte zu ergänzen. Die Margen können deutlich höher angesetzt werden, da das Qualitätsversprechen durch die Präsenz der Marke vorhanden ist und der Kunde dem Produkt mehr traut, was die Kaufbereitschaft ohne zusätzlichen Aufwand anheben kann. Ein weiterer essentieller Aspekt stellt die Budgetplanung für das Marketing, sowie die Logistik dar, was oft im Vorhinein oft unterschätzt wird und dann zu unangenehmen Komplikationen führen kann.
Von großer Bedeutung ist es, dass Sie von unseriösen Zuliefern aus bspw. Fernost Abstand nehmen, da die persönliche Ebene meist nicht gegeben ist und mögliche Probleme mit dem Produkt schwer zu lösen sein können.
Eine seriöse Alternative bietet hier unter anderem die IAW Messe, wo Sie direkt vor Ort alle Produkte begutachten können und gleichzeitig eine Verbindung zu ihrem Lieferanten aufbauen können. Sprechen Sie mit Lieferanten und Importeuren von Private Label Produkten, lernen Sie von den Speakern in der E-Commerce Arena und tauschen Sie sich mit Gleichgesinnten aus.
Kostenlose Tickets für die nächste Messe können online bestellt werden: https://www.iaw-messe.de/besucher/iaw-tickets/

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