Tracking im E-Commerce Teil 2 – Google Analytics & Co

10.09.2020

Wenn es um das Thema Tracking geht, gehören die Tools von Google heute zum Standard. Besonders Google Analytics ist unverzichtbar, wenn Sie die relevanten KPIs für Ihre Online-Kampagnen nachhalten wollen. Ebenso wichtig sind die Google Search Console sowie der Google Tag Manager. Was nach viel Aufwand klingt, ist schnell eingerichtet. Wichtig ist, dass Sie verstehen, wie diese drei Tools ineinandergreifen, um den bestmöglichen Nutzen für Ihr E-Commerce-Business herauszuschlagen.

Warum Google Analytics?

Google Analytics dient vor allem dazu, Ihnen einen Überblick über die Performance Ihrer verschiedenen Kampagnen sowie Informationen zu Ihren Besuchern zu geben. Dank Google Analytics wird transparent, von welchem Standort, zu welcher Uhrzeit, über welche Kampagne, mit welchem Betriebssystem/Browser und Endgerät auf ihre Website zugegriffen wird. Egal ob Sie die Kampagnen über Google-Ads oder Social Media schalten, in Google Analytics können Sie auswerten, wie gut Ihre Kampagnen performen. Ebenso organische Zugriffe werden durch Google Analytics ersichtlich. Somit wird ersichtlich, ob Ihre Content-Marketing-Strategie sich rentiert. Wer sein Marketing-Budget nicht gedankenlos verpulvern möchte, sollte auf Google Analytics dementsprechend nicht verzichten.

Screenshot Dashboard Google Analytics

Warum Google Search Console?

Während in Google Analytics Ihrem/Ihrer Online-Marketing-Managern/innen die gängigen Kennzahlen aufgeschlüsselt werden, ist die Google Search Console besonders für den/die SEO-Manager/innen und IT essentiell. Denn die Google Search Console spielt Ihnen Fehler innerhalb Ihrer Website-Struktur zurück. Falls beispielsweise ein Link defekt ist oder irgendwelche Dateien die Geschwindigkeit Ihrer Website stark drosseln, finden Sie die konkreten Fehlermeldungen in der Google Search Console. Darüber hinaus wird ersichtlich, welche Websites bei Google indexiert sind – und welche nicht. Besonders, wenn Sie in Ihrem Online-Shop einen Login-Bereich für Ihre Kunden haben, wollen Sie mit Sicherheit nicht, dass dieser indexiert wird. Dies wäre datenschutztechnisch ein absolutes Fiasko. Falls Sie wissen wollen, über welche Keywords die meisten Zugriffe erfolgen, ist ebenfalls die Google Search Console gefragt. Unter der Rubrik Leistungen ist ersichtlich, welche die Top Ten organischen Keywords für Ihre Website sind. Idealerweise finden sich hier Ihre Hauptprodukte wieder. Wenn Sie beispielsweise hauptsächlich Rasenmäher verkaufen, sollte “Rasenmäher kaufen” unter den Top Ten organischen Keywords für Ihre Website erscheinen. Leider ist die Google Search Console oft unterschätzt. Dabei ist sie ebenso die beste Anlaufstelle, um die wichtigsten SEO-Faktoren wie Pagespeed, Responsivität und externes sowie interes Linkbuilding zu überprüfen.

Screenshot Dashboard Google Search Console

Warum Google Tag Manager?

Im Gegensatz zu den ersten beiden Tools dient der Google Tag Manager nicht zur Analyse. Stattdessen können Sie mit dem Google Tag Manager Elemente auf Ihrer Website taggen und somit tracken, oder eine Schnittstelle zu anderen Tools schaffen, ohne die IT zu involvieren. So binden Sie beispielsweise ohne große Aufwand den Tracking-Pixel von Facebook oder externen Publishern auf einer beliebigen Landingpage ein, um die Kennzahlen (Seitenaufruf, Bounce-Rate, Conversion usw.) bei Google Analytics ausgespielt zu bekommen, um somit den Erfolg der jeweiligen Kampagne zu analysieren.

Screenshot Dashboard Google Tag Manager

Google Analytics auf der Website einbinden

Um Google Analytics auf der eigenen Website einzubinden, benötigen Sie zunächst ein Google Konto. Sobald Sie sich ein Google-Konto angelegt haben, steht Ihnen die volle Bandbreite an Google-Tools zur Verfügung: vom eigenen Gmail-Konto, über Google Drive bis hin zu Google Analytics, der Google Search Console und dem Google Tag Manager. Suchen Sie nun die Website https://analytics.google.com/ auf. Dort erscheint das folgende Formular:

Screenshot Google Analytics Registrierungs-Formular. Wenn Sie Google Analytics auf Ihrer Website einbinden wollen, müssen Sie zunächst das dargestellte Formular ausfüllen.

Hier bestimmen Sie zunächst, ob Sie eine Website oder eine mobile App tracken wollen. Als nächstes legen Sie einen Namen für Ihr Google Analytics-Konto fest. Hier bietet sich der Name Ihres Unternehmens an. Generell gilt: Innerhalb eines Google-Analytics-Kontos können Sie verschiedene Websites / Applikationen tracken. Google bezeichnet die einzelnen Websites als Property. Für den Einstieg geben Sie Namen sowie URL Ihrer Wunsch-Website an. Achten Sie bei Angabe der URL darauf, dass Sie https statt http auswählen, wenn Ihre Website durch ein SSL-Zertifikat gesichert ist. Bei einem Online-Shop sollte in jedem Fall ein solches Zertifikat gegeben sein. Falls Sie hier fälschlicherweise http statt https ausgewählt haben, ist dies kein Weltuntergang. Wählen Sie einfach, sobald Ihr Konto eingerichtet ist, im Admin-Bereich den Menüpunkt “Property Settings” im Reiter “Property”. Dort haben Sie nun die Möglichkeit, Ihre Auswahl zu korrigieren. Zum Ende hin folgen die selbsterklärenden Angaben zu Branche und Zeitzone sowie die Einstellungen zur Datenfreigabe. Hier können Sie selber bestimmen, welche Ihrer Daten Google speichern und verwenden darf. Lesen Sie sich diesen Teil genau durch. Entscheiden Sie selber, wo Sie ein Häkchen setzen möchten.

Screenshot Google Analytics Einstellungen zur Datenfreigabe – Lesen Sie sich die Einstellungen zur Datenfreigabe gründlich durch

Sobald Sie fertig sind, klicken Sie auf den Button “Tracking ID abrufen”. Nun öffnet sich zunächst ein Pop-up, dass Sie dazu auffordert, die Google-Analytics-Nutzungsbedingungen für Ihr Land durchzulesen. Diese Nutzungsbedingungen inkludieren auch die Google Search Console sowie den Google Tag Manager. Generell sind Sie nach deutschem Datenschutzrecht dazu verpflichtet, den Nutzer in Ihrer Datenschutzerklärung darüber aufzuklären, wenn Ihre Website mit Google Analytics und Co getrackt wird. Am besten aktualisieren Sie Ihre Datenschutzerklärung bereits, bevor Sie Ihre Website mit Google Analytics verbinden.

Screenshot Google Analytics Nutzungsbedingungen – Lesen Sie sich die Nutzungsbedingungen von Google Analytics für Deutschland sorgfältig durch.

Nachdem Sie die Nutzungsbedingungen bestätigt haben, öffnet sich das Dashboard Ihres Google Analytics Kontos, wo Sie Ihre persönliche Tracking-ID angezeigt bekommen. Die Tracking-ID setzt sich aus den Buchstaben UA und einer zehnstelligen Zahlenreihe zusammen: UA-XXXXXXXXX-X. Unter der allgemeinen ID finden Sie ein JavaScript-Code-Schnipsel, den sogenannten gtag.js-Tracking-Code. Damit Daten von Ihrer Website zu Google Analytics übertragen werden, müssen Sie diesen auf Ihrer Website einbinden. Damit verifizieren Sie Ihre Website nicht nur für Google Analytics, sondern auch gleichzeitig für den Google Tag Manager und die Google Search Console. Um den gtag.js-Tracking-Code auf Ihrer Website einzubinden, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Sie kopieren den gtag.js-Tracking-Code und posten diesen direkt nach dem -Tag Ihrer Website. Voraussetzung ist, dass Sie Zugriff auf den HTML-Code Ihrer Website haben. Außerdem birgt es natürlich ein gewisses Risiko, wenn Sie als Laie im HTML Ihrer Website rumpfuschen. Wenn Sie WordPress nutzen, schaffen Sie sich mit dem Plugin “Insert Headers and Footers” Abhilfe. Dieses Plugin bindet für Sie Tracking-Tags und Pixel im -Bereich Ihrer Website ein.
  2. Sie nutzen den Google Tag Manager, um ein universales Google Analytics Tag anzulegen. Diese Variante ist etwas komplizierter, aber für ein umfangreiches Tracking die beste Variante. Denn somit ist die Verknüpfung zwischen Google Analytics und Tag Manager gewährleistet. Sie wollen die Interaktion der Nutzer mit einem bestimmten Seitenelement über Google Analytics messen? Dann legen Sie dafür fortan ein Tag im Tag Manager an, anstatt einen Programmierer zu behelligen. Den Google Tag Manager rufen Sie unter folgender URL auf: https://tagmanager.google.com/.

Hier werden Sie nun ebenfalls aufgefordert, den Google Tag Manager erst mal zu installieren / die Inhaberschaft über die angegebene Website zu verifizieren, indem Sie den folgenden Code einbinden:

Screenshot Google Tag Manager Code. Diesen Code müssen Sie auf Ihrer Website einbinden, um die Inhaberschaft zu verifizieren und den Google Tag Manager einzubinden.

Nachdem Sie diesen Code auf Ihrer Website eingebunden haben, aktualisieren Sie die URL des Tag-Managers (Strg + R drücken). Nun öffnet sich das Dashboard des Tag Managers, dort finden Sie direkt den Punkt “Neues Tag” anlegen. Wählen Sie diese Option aus, öffnet sich daraufhin ein Tab zur Konfiguration des Tags. Geben Sie dem Tag den Namen “Google Analytics”. Danach wählen Sie unter dem Menüpunkt “Tag-Konfiguration” den Tag-Typ “Universal-Analytics” aus.

Screenshot Google Tag Manager, Tag Konfiguration. Legen Sie ein universales Analytics Tag an, um Google Analytics auf Ihrer Website einzubinden und mit dem Tag Manager zu verknüpfen.

Danach bestimmen Sie, was getrackt werden soll: Hier gibt es sieben verschiedene Optionen. Für den Anfang empfiehlt es sich, die Seitenaufrufe zu tracken.

Screenshot Google Tag Manager, Tag Konfiguration des universalen Google Analytics Tag. Wählen Sie für den Anfang das Tracking der Seitenaufrufe aus.

Nun fehlt nur noch eine Variable. Da noch keine vorhanden ist, legen Sie einfach eine neue Variable an. Damit Sie die Variable dem vorher angelegten Tag zuordnen können, sollte der Name analog sein – beispielsweise “Name Ihrer Website Google Analytics”.

Screenshot Google Tag Manager, Konfiguration der Variabel. Geben Sie hier Ihre Google Analytics Tracking-ID an. Die Einstellung Cookie-Domain bleibt auf auto.

Danach geben Sie die Tracking-ID (UA-XXXXXXXXX-X) aus Ihrem Google Analytics Konto ein. Bevor Sie den Vorgang nun mit dem Speichern-Button abschließen, klappen Sie das Menü “Weitere Einstellungen” > “Festzulegende Felder” auf. Hier setzen Sie beim Feldnamen “anonymizeip” und beim Wert “true” ein. Damit wird gewährleistet, dass die IP-Adresse des jeweils getrackten Nutzers anonymisiert wird. Wenn Sie diese Einstellung nicht vornehmen, ist Ihr Google Analytics Tracking nicht datenschutzkonform und Sie riskieren rechtliche Konsequenzen.

Screenshot Google Tag Manager, anonymisieren der Nutzer-IP-Adresse. So gewähren Sie mit Ihrem Tracking nicht gegen den deutschen Datenschutz zu verstoßen.

Speichern Sie als nächstes Ihre Variable, um zurück zur Konfiguration Ihres Tags sowie Triggers zu gelangen. Sie sind fast am Ende angelangt: Sie haben nun bereits Tag und Variable festgelegt. Abschließend legen Sie lediglich einen Trigger fest. In Ihrem Fall ist der Trigger für Ihren Tag “All Pages”. Immerhin wollen Sie die Seitenaufrufe auf allen Unterseiten Ihrer Website tracken.

Screenshot Google Tag Manager, Trigger für den Tag festlegen. Mit dem Trigger “All Pages” wird jeder Seitenaufruf auf Ihrer Website gezählt.

Drücken Sie auf Speichern und beglückwünschen Sie sich selber: Sie haben erfolgreich Ihr erstes eigenes Tag angelegt.

Google Search Console mit Google Analytics verknüpfen

Jetzt haben Sie bereits Google Analytics sowie den Google Tag Manager eingerichtet und miteinander verknüpft. Damit haben Sie auch automatisch Zugriff auf die Google Search Console. Sie müssen diese nicht zusätzlich einrichten. Ihre Website sollte dort bereits als Property hinterlegt sein, wenn Sie die folgende URL aufrufen: https://search.google.com/

Dennoch sind Ihr Google Analytics Konto und die Search Console noch nicht miteinander verknüpft. Um dies zu gewährleisten gehen Sie in Google Analytics in den Admin-Bereich. Dort wählen Sie unter dem Reiter “Property” den Menüpunkt “Property-Settings” aus. Hier finden Sie unter dem Punkt Search Console den Button “Adjust Search Console”.

Screenshot Google Analytics Admin-Bereich > Property > Property Setting. Hier finden Sie Auswahl “Adjust Search Console”, um Analytics mit der Search Console zu verknüpfen.

Es öffnet sich das folgende Fenster, klicken Sie auf “Add”.

Screenshot Google Search Console Setting, über “Add” die Search Console mit Analytics für Ihre gewünschte Website (Property) verbinden.

Daraufhin öffnet sich das Fenster “Enable Search Console data in Google Analytics”, wo Ihnen bisher angelegten Properties (mit Google Analytics verknüpfen Websites) angezeigt werden. Wählen Sie nun das Property aus, für welches Sie eine Verknüpfung von Google Analytics mit der Google Search Console wünschen und drücken Sie den Speichern-Button.

Fazit

Wichtig ist zu wissen, dass es mehrere Wege gibt, um Google Analytics, den Google Tag Manager und die Google Search Console mit Ihrer Website zu verbinden. Einige bevorzugen es, zuerst die Google Search Console mit der Website zu verknüpfen, wiederum andere legen Wert darauf, erst Google Analytics anzulegen. Oft besteht eine gewisse Hemmschwelle, sich am Anfang mit dem Google Tag Manager auseinanderzusetzen. Online-Marketing-Experten sind sich allerdings einig, dass es die beste Variante ist, Google Analytics über den Google Tag Manager einzubinden. Denn die direkte Verknüpfung zwischen Google Analytics und dem Google Tag Manager rentiert sich rapide: Sie messen und analysieren auf Ihrer Website jedes gewünschte Element, um sich stetig zu verbessern, ohne auf viel technisches Know-How angewiesen zu sein. In Kombo mit der Google Search Console, die Ihnen konkrete SEO-Maßnahmen zur Hand gibt, sind Sie im Bereich Tracking-Tools bestens versorgt. Erfahren Sie in Teil 3 der Reihe “Tracking im E-Commerce”, wie Sie die Kennzahlen in Google Analytics & Co auswerten und nachhaltige Maßnahmen formulieren, um an der Konkurrenz vorbei zu ziehen.

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