Influencer Marketing im E-Commerce: So nutzen Sie es richtig

21.04.2020

Influencer Marketing ist schon seit ein paar Jahren das große Trendthema des Online Marketings. Ähnlich wie bei anderen Online Werbeformen, wie z.B. Suchmaschinenwerbung, lässt sich die Zielgruppe auch hier sehr viel genauer und effektiver ansprechen als in klassischen Medien wie Tageszeitungen oder dem Fernsehen. Gleichzeitig können die Kunden über Links direkt auf Online-Angebote weitergeleitet werden. Dadurch ist Influencer Marketing naturgemäß insbesondere für den E-Commerce relevant. Daher erklären wir Ihnen, wie Sie die richtigen Influencer für ihre Kampagne im E-Commerce finden.

Schritt 01: Die Wahl der richtigen Plattform

Jede Plattform hat verschiedene Eigenschaften, die Sie für verschiedene Einsatzzwecke qualifizieren. Hier kommt es besonders darauf an, welche Zielgruppe Sie ansprechen wollen.

Die Etablierten
Wenn es um modernes Influencer Marketing geht, fällt in der Regel der Name einer Plattform:

Instagram. Die Plattform hat einige Besonderheiten, die sie von anderen absetzen: Zunächst ist die Kernzielgruppe tendenziell recht jung (16-35 Jahre). Zudem ist die Plattform sehr visuell. Schließlich werden hier vor allem Fotos, aber auch kurze Videos, geteilt. Außerdem wird Instagram fast ausschließlich mobil genutzt. Damit ist es für Sie als Händler umso wichtiger, dass ihre Website bzw. ihr Online-Shop mobil-optimiert ist. Werbung lässt sich hier mithilfe des Facebook Ad Managers schalten.
Facebook ist eher für die ältere Zielgruppe relevant (ab 35 Jahren). Während sich jüngere primär auf Instagram bewegen, sind ihre Eltern häufig auf Facebook unterwegs. Hier lassen sich daher vor allem Produkte aus den Themenbereichen Wellness und Bildung vermarkten.
YouTube als visuelle Suchmaschine ist ebenfalls sehr interessant. Hier kann das Produkt sehr anschaulich vorgestellt und getestet werden.

Die Jungen
TikTok
ist ein Videoportal für die Lippensynchronisation von Musikvideos und anderen kurzen Videoclips. Hier können Sie ähnlich wie bei Snapchat eine sehr junge Zielgruppe erreichen (14 – 20 Jahre).
Snapchat als Instant-Messaging-App mit Fokus auf Fotos und Videos hat ebenfalls eine sehr junge Zielgruppe und bietet wirkungsvolle und einfache Advertisingformate.

Die Kreativen
Blogs sind ebenfalls eine wunderbare Möglichkeit im Content bzw. Influencer Marketing. Ein besonders beeindruckendes Beispiel ist Springlane. Hier wird dem Nutzer zum einen kostenlos in Form Informationen rund um die Küche wie Rezepte und Koch-Tutorials und zum anderen mit dem Online-Shop mit einer großen Auswahl an Produkten rund um die Küche ein großer Mehrwert geboten.
Pinterest wird von vielen als das nächste große Ding gehandelt. Ähnlich wie Instagram ist die Plattform sehr visuell ausgerichtet. Dabei wird sehr viel auf Inhalte außerhalb der Plattform verlinkt. Daher ist eine gute Anlaufstelle wie beispielsweise ein Blog Pflicht. Zudem brauchen Online Händler ein hohes Commitment, da 15-20 Pins pro Woche für den organischen Erfolg auf Pinterest mindestens erforderlich sind. Doch die Mühe kann sich auszahlen. Die Halbwertszeit der Beiträge beträgt nämlich teilweise mehrere Monate. Wer keine organische Content-Strategie aufsetzen möchte, kann auch über die bestehenden Paid Advertising Formate Traffic für seine Webseite sichern.

Schritt 02: Die Rolle des Influencers

Vor wenigen Jahren war Influencer Marketing noch ein echter Geheimtipp. So konnten Influencer sehr einfach und günstig, häufig auch lediglich zum Selbstkostenpreis gebucht werden. Auch wenn diese Zeiten mittlerweile vorbei sind, lässt sich mit etwas Kreativität noch immer sehr effektiv werben.
Im zweiten Schritt sollten Sie sich daher Gedanken machen, wie der Influencer ihre Produkte am besten präsentiert.
Eine Möglichkeit für Online Händler ist es, in der breiten Masse bekannte Influencer als Testimonial einzusetzen. Dies kann mitunter jedoch recht teuer sein.
Influencer können aber auch als Content Creator fungieren. Dazu eignen sich besonders auch kleine, sogenannte „Micro-Influencer“, mit 5.000 bis 25.000 Followern. Ein interessantes Beispiel hat die deutsche Flugsicherung geschaffen: Dabei dienten Hobby Plane Spotter als bereitwillige Content Creator, die sich freuten, ihre Fotos auf diesem offiziellen Account zu teilen. Ein anderes Beispiel ist der deutsche Kanal von Vodafone auf Instagram.
Für den E-Commerce ist auch die Co-Creation interessant.
Ein wesentlicher Vorteil der Co-Creation ist der direkte Zugang zur Zielgruppe. Die Kommunikation durch den Influencer mit seiner Community ermöglicht direktes Feedback und einen offenen Austausch. Dabei kennen die Influencer schließlich ihre Community am besten und wissen, wie sie am besten mit ihnen interagieren und Produkte designen. Daher sollte man dem Content Creator einen gewissen Freiraum einräumen
Viele Influencer sind mittlerweile Teil von Netzwerken, die sich um die Vermarktung und den Kontakt mit Werbepartnern kümmern. Doch es ist gar nicht nötig, über solche Influencer Netzwerke den passenden Influencer zu finden.

Schritt 03: Auswahl des richtigen Influencers über die Influencer Marketing Cloud

Bei der Auswahl der passenden Influencer als Markenbotschafter sollte man die offiziellen Zahlen kritisch hinterfragen und analysieren. Dabei kann das Tool Influencer Marketing Cloud von Influencer DB helfen. Es zeigt wichtige Statistiken über die tatsächlich relevante und aktive Zielgruppe.
Die Influencerin Pamela Reif beispielsweise hat 80% männliche Follower. Da macht es offensichtlich nur wenig Sinn für einen Lippenstift zu werben.
Worst Case
Gleichzeitig hilft die Influencer Marketing Cloud auch dabei, schwarze Schafe aufzuspüren und zu meiden. Denn Follower lassen sich auch kaufen. Das erkennt das Tool daran, dass viele Follower dazukommen und wieder gehen.
Händler im E-Commerce sollten aber auch schauen, welche anderen Kooperationen ein Influencer schon eingegangen ist. So macht es für einen Uhrenhersteller wenig Sinn mit einer Instagram Influencerin zu werben, die im letzten Monat schon für drei andere verschiedene Uhrenmarken geworben hat. Das wirkt unglaubwürdig.

Zusammengefasst

Influencer Marketing ist im Mainstream angekommen. Daher sollten Online Händler zunächst überlegen, auf welcher Plattform die eigene Zielgruppe unterwegs ist. Danach ist die Rolle des Influencers entscheidend. Dabei lohnt es sich, dem Influencer die Freiheit zu geben, das Produkt so authentisch wie möglich in die Kommunikation mit seinen Followern einzubeziehen. Im letzten Schritt gilt es, den richtigen Influencer zu finden. Dabei kann ein Analyse Tool wie die Influencer Marketing Cloud helfen.

Wie Sie in Zeiten des großen Hypes die Bezahlung noch kostengünstig gestalten können und die Zusammenarbeit richtig absichern, erfahren Sie im Vortrag von Marius Jansen zum Thema Influencer Marketing. Außerdem gibt er einen Ausblick, welche Trends er für die Zukunft des Influencer Marketings erwartet. Marius Jansen ist Managing Partner von Social Match, der Agentur für modernes Marketing mit Sitz in Münster und Köln.

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